Fotografie

How-To: Blog-Fotografie

Ich bin der Meinung, ein Blog kann sich erheblich von der Masse (die stetig wächst) abheben, alleine durch qualitativ hochwertige Fotos. Und ja, die Wahrheit tut weh, aber nicht jeder Blogger im Blog-Land macht gute Fotos (oder hat einen ansprechenden Blog … es gibt auch so etwas wie digitale Ästhetik).

Geschmäcker sind verschieden und Schönheit liegt im Auge des Betrachters, ich weiß – was für den Einen das Gelbe vom Ei Blog ist, löst bei jemand anderen den sofort einsetzenden Drang zum Weiterklicken aus. Viele andere wissen vermutlich auch gar nicht, worauf man tatsächlich achten muss bzw. sollte um schöne Ergebnisse zu erzielen.

Ich werde mittlerweile oft gefragt, was ich so „besonderes“ bei meinem Fotos machen? Was für irr-technische Ausrüstung ich wohl habe? „Nichts besonderes, eigentlich nicht viel Ausrüstung … Qualität vor Quantität“ … Im Wesentlichen gibt es für mich eigentlich nur ein paar Regeln die zum Einhalten sind und die möchte ich heute mit dir teilen. Untermalt mit Beispielen (als Model diente mir ein Danbo – ich hatte mir „damals“, als ich zu fotografieren angefangen habe, zwei besorgt, weil sie toll sind um fotografieren bzw. seine Kamera besser kennenzulernen).

Ein gewisses fotografisches Grundverständnis setzte ich dabei voraus, zB was versteht man unter Blende, Verschlusszeit, ISO-Werte, gewählter Brennweite und wie diese ineinander zusammenspielen – ich kann leider nicht alles in einem Blog-Post erklären, aber es gibt wirklich gute Bücher (siehe weiter unten) oder Online-Kurse dafür (bei Fragen bitte einfach Kommentar da lassen).

GUTE KAMERA, LICHTSTARKES OBJEKTIV

Wichtiger als die Kamera ist für mich das Objektiv. Die Kamera kann noch so gut sein, wenn ein sch*** Objektiv drauf ist, hilft das auch nichts. Mir gefällt es, wenn bei Fotos nur ein kleiner Punkt „scharf“ ist und der Rest des Bildes, besonders der Hintergrund, ins Unscharfe verläuft. Dadurch wird automatisch mein fotografiertes Objekt freigestellt und der Fokus richtig gesetzt.

Diesen Effekt kann man auf unterschiedliche Wege erreichen. Ich rate jedoch zu einer Festbrennweite (30 oder 50 mm) mit einer guten Lichtstärke. Festbrennweite heißt, dass man nicht zoomen kann, ich nenn‘ es daher gerne Fußzoom, weil man nur durch ran oder weggehen mehr oder weniger vom Bildausschnitt knipsen kann. Lichtstark heißt für mich mindestens eine Blende von f1.8, noch besser wäre f1.4 (dh nicht, dass es dauerhaft so ist, natürlich kann man die hochdrehen). Es muss da auch nicht immer ein Original-Kamera-Hersteller Objektiv sein. Ich fotografiere zB auf meiner Sony Alpha mit einem Sigma 30 mm f 1.4 Objektiv und nehme es defacto nie ab. Ich liebe es!

Und ja, ein lichtstarkes, gutes Objektiv kostet richtig Geld, in vielen Fällen sogar mehr als der Kamera-Body an sich, aber es ist im Regelfall jeden Cent wert (zumindest wenn man Wert auf gute Fotos legt). Weiteres Plus – auch wenn das Licht mal nicht so optimal ist, kann man noch immer gute Fotos machen ohne auf andere technische Hilfsmittel angewiesen zu sein (mehr dazu weiter unten).

Beispiel – das gleiche Objektiv (mein 30 mm Sigma) unter komplett gleichen Bedingungen (gleiche Verschlusszeit, gleiche ISO, einfach alles) – ich habe lediglich einmal die kleinste Blende von 1.4 gewählt und einmal eine Blende von 4.5 (was in etwa, durchschnittlich einem „Standard“-Kamera Objektiv nahe kommt). Beide Fotos sind unbearbeitet und SOOC (Straight out of Camera).

vergleich-blenden-blog-fotografie-schnipseldesign-osterreich

Und ja, die Handy-Kameras von heute sind wirklich schon toll, für den Urlaub, Alltagsfotos etc – aber nicht für die Blog-Fotografie. Professionelles Arbeiten, das Erreichen guter Fotos, die meinen Vorstellungen entsprechen, heißt für mich auch mit einer guten Kamera mit gutem Objektiv zu arbeiten.

Beispiel – links das Bild mit der Spiegelreflex (unbearbeitet) & rechts gemacht mit der Handy-Kamera von meinem iPhone 5s (ebenfalls unbearbeitet).

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AUTO-MODUS AUS, MANUELLER MODUS AN

Auch das beste Objektiv hilft nichts, wenn man dann doch nur im Automatik Modus fotografiert. Ganz ehrlich, dafür braucht man sich keine teure Kamera samt Objektiv kaufen – da geht das Handy auch toll für 😉 Damit ein Foto wirklich auch so aussieht, wie man es sich im Kopf schon vorstellt, rate ich immer im Manuellen Modus zu fotografieren … anders bekommt man die Bildschärfe nicht super hin … oder auch die Belichtung.

Beispiel – gleiche Kamera (Sony Alpha), gleiches Objektiv (Festbrennweite 30 mm/f 1.4), aber links im manuellen Modus fotografiert und rechts auf Automatik Modus umgestellt. Kein Vergleich.

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FOTOGRAFIEREN BEI TAGESLICHT

Der aaaaaaaaller wichtigste Tipp den ich geben kann. Fotografiere im Tageslicht und dabei NIE im direkten Sonnenlicht. Nichts wirkt natürlicher und schöner ausgeleuchtet als Tageslicht, da kommt keine Softbox ran. Und auch wenn das Licht mal nicht so toll ist, kommt ein lichtstarkes Objektiv damit immer noch zurecht (wo wir wieder bei Punkt eins wären).

Kein vernünftiger Fotograf fotografiert etwa Portraits in der direkten Sonne, weil durch die Sonneneinstrahlung unvorteilhafte, harte Schatten im Gesicht entstehen, die einfach nicht gut aussehen. Das gleiche gilt auch beim Fotografieren von Objekten/Projekten, daher immer ein schattiges Plätzchen suchen oder selbst irgendwie einen Schatten produzieren 🙂

Beispiel – einmal im Schatten fotografiert, was ein tolles gleichmässiges Licht und sehr sanfte Schatten produziert und einmal in der prallen Sonne, wodurch sehr harte Schatten erzeugt werden.

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FOTOS NACHBEARBEITEN

Die Fotoprofis der Welt raten immer gerne dazu im RAW-Format zu fotografieren (Rohdaten-Format, Wikipedia erklärt es als Speicherung ohne Bearbeitung). Standardmäßig speichert eine Kamera im JPEG-Format, dh die Kamera bearbeitet das „originale“ Bild und speichert das ab (eine Gegenüberstellung der Eigenschaften von RAW und JPEG findest du auf Wikipedia).

RAW muss man sowieso bearbeiten, JPEG ist quasi schon bearbeitet, sollte meiner Meinung nach aber auch für einen Blog noch bearbeitet werden. Bearbeiten heißt für mich ein Bild auf die richtige Größe in Pixel zuschneiden (zB bei mir am Blog muss ein Foto für den Textblock eine Breite von 620 px haben) und ich bearbeite alle meine Fotos aber auch hinsichtlich Kontrast, Helligkeit etc. Wasserzeichen gehört natürlich auch dazu. Ich mach das alles über Photoshop CC und speichere es dann (mit der eigenen Funktion) für „das Web“.  Durch das reduzieren der Größe und dem „Speichern für’s Web“ hat das Foto die ideale Größe, braucht also nicht unnötig viel Speicherplatz in meiner Medienbibliothek und die Ladezeiten sind so gering wie möglich (du warst sicher schon mal auf einem Blog wo die Fotos extrem lange geladen haben, zB gerade wenn du gescrollt hast … das kommt davon, wenn man 3 MB Fotos in einer riesen Auflösung – die man für einen Blog nicht braucht – in einen Beitrag hängt).

Lightroom geht natürlich genau so gut, nehme ich auch gerne, wenn ich mehrere Fotos mit den selben Einstellungen haben möchte.

Beispiel – mein Musterbild (wie bei den anderen Beispielen auch) in unbearbeiteten Zustand und im Vergleich dazu die im Photoshop bearbeitete Version.

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OFT GEFRAGT: Kannst du Literatur empfehlen?

Klar, kann ich … das A und O ist aber fotografieren, fotografieren und fotografieren. Einfach mit Einstellungen rumspielen und probieren.

OFT GEFRAGT: Wie lernt man mit der Kamera umzugehen?

Nichts einfacher als das – üben, üben, üben – einfach mit den Einstellungen herumprobieren. Besser kann man sich mit der Kamera nicht vertraut machen. Ich hatte mir am Anfang eben zwei Danbos gekauft und habe versucht damit Geschichten zu erzählen, in unterschiedlichen Lichtsituationen gute Ergebnisse zu erzielen etc.

Alles Liebe
renate-blog-schnipseldesign-osterreich-stampin-up

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